Römer 8,28 ist einer der meistzitierten Verse der Bibel — und einer der am meisten falsch zitierten. Menschen zitieren ihn in Krankenhauswarteräumen, bei Beerdigungen, wenn Stellen wegfallen. Er soll trösten. Aber sagt er das, was die Leute denken?
Was Paulus tatsächlich schrieb
Das griechische Wort lautet synergei — „wirkt zusammen“. Gott ist nicht der Urheber jedes schrecklichen Dings; er ist sein Erlöser. Der Vers sagt nicht, dass Gott Krebs, Missbrauch oder Verlust verursacht. Er sagt, dass er in allen Dingen wirkt — auch in den dunklen — auf ein letztendliches Gutes hin für diejenigen, die ihm gehören.
Kontext: Paulus schrieb dies aus dem Gefängnis
Das ist kein Vers des Wohlstandsevangeliums. Paulus schrieb den Römerbrief in römischer Haft. Er kannte das Leid persönlich. Wenn er „alle Dinge“ sagt, meint er es — nicht „alle angenehmen Dinge” oder „alle Dinge, die im Moment Sinn ergeben“. Er hatte Menschen, die er liebte, als Märtyrer für das Evangelium sterben sehen. Er bot keine leeren Phrasen an.
Was „Gutes“ hier bedeutet
Vers 29 definiert es: „gleichförmig zu werden dem Bild seines Sohnes“. Das Gute, das Paulus im Sinn hat, ist nicht Ihr Komfort oder Ihre Pläne. Es ist Christusähnlichkeit. Das ist ein viel größeres, härteres und herrlicheres „Gutes”, als wir diesem Vers oft beibringen.
Wie man diesen Vers gut verwendet
Dieser Vers ist eine Verheißung für diejenigen, die Gott lieben und nach seinem Vorsatz berufen sind — keine magische Versicherung, dass alles so ausgeht, wie man will. Es ist eine Erklärung der Souveränität Gottes angesichts des Leidens, keine Erklärung dafür, warum Leiden geschieht. Zitieren Sie ihn, um Ausdauer aufzubauen, nicht um Schmerz wegzuerklären.
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